Dienstag, 4. November 2008
TAG 3 – 11.10.2008
Unser Dank geht an dieser Stelle an die Zeitumstellung! Denn warum sonst sollten ausgemachte Morgenmuffel, wie wir es sind, bereits um 6:30 AM quietsch fidel aus dem Bett fallen. Anmerkung am Rande: Die „Bist du schon wach?“ Frage kam an diesem Morgen von Cat.
Jetzt galt es, die Gunst der frühen Stunde zu nutzen und einen Blitzstart hinzulegen. Um sage und schreibe 9 AM hatten wir (zumindest ein Teil von uns) geduscht, ausgecheckt und bereits ein mehr oder weniger nahrhaftes amerikanisches Frühstück bei Mac Donalds intus. (Ja, mittlerweile hatten wir keinerlei Probleme mehr, das gelbe M zu lokalisieren – okay, okay, einmal mussten wir einen hilfsbereiten Einheimischen fragen…)

Für Aufregung der besonderen Art sorgte Cat, die sich erst einmal an das Fahren eines Automatikautos gewöhnen musste, und gleich drei Mal statt auf die nicht vorhandene Kupplung ruckartig auf die Bremse gestiegen ist. Andrea meinte zwar, kurz vor einer Enthauptung gestanden zu sein, ich wage aber zu behaupten, dass ihr Kopf noch einwandfrei dort sitzt, wo er hingehört.

Bei unserer Weiterreise nach San Diego meinte Cat sich erinnern zu können, von einer längst vergessenen Quelle einen Besuch in St. Bernadino empfohlen bekommen zu haben. Ob diese Empfehlung letztendlich reine Einbildung war, werden wir wohl niemals in Erfahrung bringen. Fest steht jedenfalls, dass wir diese Stadt keinen zukünftigen USA Touristen ans Herz legen werden und sollte doch jemand auf die Idee kommen, dorthin einen kleinen Abstecher machen zu wollen, so lehnen wir jede Verantwortung ab. Wir haben euch gewarnt! Ob sich in besagter Stadt außer einer ziemlich merkwürdigen Geistermall (der Carusell Mall)noch weitere Highlights finden werden, waren wir nicht mehr so kühn zu erforschen. Zwar entdeckten wir auf der Flucht auf die nächste Interstate eine weitaus belebtere Mall, doch jetzt wollten wir nur noch nach San Diego weiterfahren und alle Gedanken an dieses Geisterding weit von uns weisen. Sollte wider unserer Einschätzung St. Bernadino ein Reisetipp der Superlative sein, so entschuldigen wir uns in aller Form bei ihren Bewohnern! Schnell noch für jede einen Starbucks Frappé – und nix wie weg!





CD-wechselnder und landschaftsbetrachtenderweise, bzw. fahrend in Andreas Fall, verbrachten wir die weitere Fahrt nach San Diego. Dann hieß es: Hotel finden. Leider was uns das Glück nicht wirklich hold (Wochenende!) und so mussten wir nicht nur das Motel 6, das Holiday Inn und das Best Western von unserer imaginären Liste streichen. Aber glücklicherweise war auf Howard Johnson verlass und so konnten wir quasi übergangslos von einem altmodischen Hotelzimmer ins nächste einziehen. Verschweigen wollen wir unsere davor getätigte Tankaktion (die erste von vielen) zwar am liebsten, der Vollständigkeit halber findet sie jedoch hier Erwähnung:
Vorweg sei gesagt: Wir übernehmen keine Haftung für Folgeschäden!

Hat schon mal wer von euch in Amerika einen Mietwagen betankt? Ja? Und, hat es gut geklappt? Damn, lucky bastard!
Allen Anderen sei gesagt: Willkommen im Abenteuer! Nicht nur, dass weder in der Fahrertüre, noch am Tankdeckel selbst der zu betankende Fuel mit einem Wort erwähnt wurde, in der überflüssigen Broschüre des Mietwagens war auch nix zu finden. Schließlich entdeckten wir nach langem Wühlen und Suchen in den Unterlagen eine Art „Was macht man bei einem Notfall“ Flyer die Bemerkung, dass Rental Cars normalerweise regular aufgetankt werden. Wir beschlossen in unserer Verzweiflung und immer wiederkehrenden Ahnungslosigkeit, dass „normalerweise“ für uns ausreichend genug sein müsste und wagten uns zur Zapfseule vor. Nächstes Problem: Wie funktioniert dieser Kreditkarten-Terminal? Zu zweit tippten wir wie die Idioten auf den Anzeigen herum und dann war der Tank schließlich voll. Wir finden, unsere Tankaktion hat einen ruhmreichen Platz in der Reihe von grandiosen Herangehensweisen dieser Welt verdient!

Doch kreativ war auch bei der Weiterfahrt unser Navi. Zuerst von Andrea noch liebevoll „Tusnelda“ genannt, musste das Gerät später auf „Dumme Schlampe“ umgetauft werden. An dieser Stelle unterstellen wir besagter Sch… eine fiese und sadistische Ader und das Ziel, uns nicht nur in unmögliche Verkehrssituationen, sonder auch in den Wahnsinn führen zu wollen.
Und hätte uns Tusnelda nicht doch noch an unsere Zieladresse gebracht, so wäre ihre Zukunft wohl in einem der zahlreichen Straßengraben zu finden gewesen sein. Erledigt und fertig mit der Welt bezogen wir unser Zimmer und stellten uns dann einer immer wiederkehrenden Herausforderung: HUNGA! Also ab ins frisch aufgetankte Auto und nach Downtown. Murrend nahmen wir $ 11 Parkkosten in Kauf um dann halb verhungert durch die Straßen zu ziehen. Ein Pizza Hut, der sich als äußerst schmieriger Kramladen mit angrenzendem Personennahverkehrbüro entpuppte, servierte nebst ziemlich fettiger Pizza leckere Pizzabrotstangen mit warmen Tomatendip, konnte unsere Gourmetzungen jedoch nicht wirklich überzeugen.

Aufmunterung fanden wir in einer im spanisch- mexikanischem Stil anmutenden Mall, die ganz zu unserem Entzücken Chucks für $ 79,90 je 2 Paar verkaufte. Es versteht sich also von selbst, dass wir beide jetzt stolze Besitzerinnen jeweils eines neuen Schuhpaares sind, oder?! Zufrieden schlenderten wir danach durch eine der Hauptouristenmeilen, durchstöberten zahlreiche Geschäfte selbst zu später Stunde und kämpften uns durch das Sortiment des Hard Rock Cafés. Urlaub ist toll!

Die letzte Stunde vor dem zu Bett gehen verbrachten wir jedoch in weniger freudigen Stimmung – erster Kassensturz, der kurzzeitige Bestürzung und den Vorsatz zu mehr Sparsamkeit hervorrief. Und falls ihr fragen wollt: Nein, der Vorsatz hat nicht lange angehalten!

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